Hier erhalten Sie eine nähere Beschreibung über den gewählten Eintrag.
Wenn man von den Zornesfalten spricht, meint man damit die in den meisten Fällen vertikal verlaufenden, ausgeprägten mimischen Falten oberhalb der Nasenwurzel. Der Fachausdruck Glabellafalten leitet sich vom lateinischen glabellus, haarlos, ab und verweist somit auf den Bereich zwischen den Augenbrauen. Die Zornesfalten gehören, genau wie die Stirnfalten, Augenfältchen (Krähenfüße) und die Fältchen um den Mund, zu den dynamischen Gesichtsfalten. Sie werden durch die Aktivität der Gesichtsmuskeln, von denen acht im Wesentlichen für die Mimik zuständig sind, sichtbar. Hauptsächlich verantwortlich für die Entstehung der Zornesfalten ist die Anspannung zweier Muskeln, dem Musculus corrugator supercilii und dem Musculus procerus. Der Musculus corrugator supercilii zieht die Augenbrauen nach unten und innen und der Musculus procerus, ein schlanker Muskel, der über den Nasenrücken zur Stirn verläuft, zieht die Brauen nach unten und ermöglicht die Erweiterung der Nasenlöcher. Durch besonders häufige, größtenteils unbewusst wiederholte Anspannung im Bereich der oben genannten Muskeln, wird die Haut, die im Gesicht direkt mit den Muskeln verbunden ist, in Mitleidenschaft gezogen; das besonders im Alter geschwächte Bindegewebe gibt nach und die Zornesfalten entstehen.
Ursache für die eine übermäßige Aktivierung der Muskelpartien können z.B. Konzentrationsschwierigkeiten und Sehschwächen sein. In beiden Fällen zieht der Betroffene die Augenbrauen über den Augen zusammen. Weitere Beispiele für eine Überanstrengung der Augenregion können grelles Sonnenlicht oder intensive Computerarbeit sein.
Trotz der Veranlagung des Bindegewebes, das eine Rolle bei der Faltenbildung spielt, besteht die Möglichkeit durch Schonung und Ausgleich Einfluss auf die mimische Entwicklung zu nehmen.
So wie Lachfältchen um die Augen herum auf uns eine positive, anziehende Wirkung ausüben, bewirken die Zornesfalten das genaue Gegenteil. Im Bereich der nonverbalen Kommunikation- im Mienenspiel und bei der Deutung der Mimik, gehören sie zu den negativ konnotierten Falten.
Mit ihnen setzt man ein kritisches, pessimistisches und strenges Wesen gleich, nicht ohne Grund bezeichnet man sie auch als Sorgen-, Grimm oder Denkerfalten. Diese negativen Falten, auch Marionettenfalten genannt, zu denen z.B. auch die Stirnfalten zählen, entsprechen nicht dem gängigen Schönheitsideal und es gibt verschieden Möglichkeiten, ihnen den Garaus zu machen. Kosmetische Eingriffe erstrecken sich über den Einsatz von Fillern (z.B. Hyaluronsäure), der Injektion von Botulinumtoxin in die Muskeln oder einem operativen Eingriff, bei dem die für die Zornesfalten verantwortlichen Muskeln entfernt werden. Botulinumtoxin unterbindet die Impulsübertragung vom Nerv zum Muskel, der daraufhin nicht mehr mit Anspannung auf die Reize reagieren kann. Im Gegensatz zur Entfernung sind sowohl der Einsatz von Fillern als auch die Injektion von Botulinumtoxin zeitlich begrenzte Maßnahmen.
Die Entfernung der Muskeln ist eine relativ junge Praxis aus den USA und wird nach neuen Erkenntnissen immer öfter im Zusammenhang mit der Behandlung von bestimmten Formen der Migräne eingesetzt. Migränepatienten gaben an, dass sich ihr Zustand nach einer Botulinumtoxin-Behandlung verbessert hätte, was zu Rückschlüssen führte, die bislang davon ausgehen, dass eine verstärkte Aktivität des Corrugatormuskels auf die tiefer liegenden Nerven drückt und zu den Migräneanfällen führen kann. So kann die bisherige Annahme die Behandlung der Zornesfalten sei ein rein kosmetisches Problem revidiert werden, da sie im Falle einer Migräneerkrankung einen Hinweis auf eine Hyperaktivität des Corrugatormuskels liefern könnte.